Monatsspruch Oktober 2017:

«Ganz genauso freut man sich im Himmel, wenn ein Mensch anfängt, sein Leben zu ändern und sein Vertrauen auf Gott zu setzen.»   Lk 15,10

 

Walkringen

Monatstext für Oktober 2017 von Pfarrer Peter Raich

Aufbruch liegt in der Luft.

Vor 20 Jahren und früher war es undenkbar, in einer reformierten Kirche eine Kerze aufzustellen. Das war viel zu katholisch! Reformatoren hatten im 16. Jahrhundert Bilder, Statuen, Düfte, Blumen, Instrumente, Gesang, ja sogar die Orgel aus der Kirche entfernen lassen. Sola Skriptura, nur das Wort Gottes soll in uns eindringen. Alles, was uns ablenken könnte, wurde verbannt.
Inzwischen gleichen wir uns den Katholiken zumindest äusserlich wieder stark an. Blumen, Kerzen, Bilder, Gesang: nicht mehr wegzudenken. Und ganz und gar nicht die Orgel.
In meiner Vikariatsgemeinde wurde ich beauftragt einen liturgischen Raum einzurichten. Ich dachte, es wäre gut, mit dem zentralen christlichen Symbol eines schlichten Holzkreuzes anzudeuten, dass wir uns in einem Gottesdienstraum befinden. Mit überwältigender Mehrheit wurde dieser Vorschlag mit dem Argument hinweggefegt, dass dies viel zu katholisch wirken könnte!
Vor der Aufbahrungshalle des Walkringer Friedhofs hängt ein überlebensgrosses massives Holzkreuz. Ich bin irritiert: Was ist denn nun reformiert?
Was das wichtigste in der Kirche ist? Der katholische Frankfurter Pfarrer und Schriftsteller Lothar Zenetti hat einmal nach dem wesentlichsten in der katholischen Kirche gefragt und eine ernüchternde Entdeckung festgehalten: Frag hundert Katholiken, was das Wichtigste ist in der Kirche. Sie werden antworten: Die Messe. Frag hundert Katholiken, was das Wichtigste ist in der Messe. Sie werden antworten: Die Wandlung. Sag hundert Katholiken, dass das Wichtigste in der Kirche die Wandlung ist. Sie werden empört sein: Nein, alles soll bleiben wie es ist!
Was ist für Sie das zentrale Motiv Ihres Reformiert-Seins? Wie vertreten Sie dies im Privaten und draussen in der Welt ihres Alltags?


Doppelpunkt 21
Unsere Landeskirche hat mit dem Visionsprozess und dem grossartigen zentralen Fest am 10.September gezeigt, dass für die Zukunft der Reformierten dieser Satz nicht gelten kann: Alles soll so bleiben wie es ist! Und dabei wäre es doch so schön, wenn wir uns endlich im mühsam Aufgebauten einrichten und das Bewährte geniessen könnten. «Aufbruch» heisst die Devise vom Doppelpunkt 21! Aufbruch ist heute wirklich Notwendig, um unserer Zeit Hoffnung zu geben, um uns zu neuen Ufer aufbrechen zu lassen, um neue Möglichkeiten des Miteinanders zu erproben, um einen neuen Umgang mit der Schöpfung und neue Phantasie in Politik und Wirtschaft aufblühen zu lassen.

Frag hundert Reformierte
Das wäre schon ein starker Anfang, wenn es bei uns in Zukunft heissen könnte: Frag hundert Reformierte in der Kirche Bern-Jura-Solothurn, was das Wichtigste ist in der Kirche. Sie werden in Zukunft antworten:

Auf die Bibel hören – nach den Menschen fragen.

Vielfältig glauben – Profil zeigen.

Offen für alle – solidarisch mit den Leidenden.

Die Einzelnen stärken – Gemeinschaft suchen.

Bewährtes pflegen – Räume öffnen.

Vor Ort präsent – die Welt im Blick.

Die Gegenwart gestalten – auf Gottes Zukunft setzen.



Und sie werden sich dafür mit allem, was sie ausmacht einsetzen! Es wäre toll, wenn Sie mit dabei wären!

Peter Raich, Pfarrer

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