Monatsspruch April 2018:

«Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.»   Joh. 20,21

 

Walkringen

Heimatland

Ist meine Heimat hier im Emmental, wo ich wohne? Zwischen Hügeln und Wäldern, umgeben von heimeligen Bauernhöfen und urchigen Landbeizen? Oder ist meine Heimat Bern, wo ich aufgewachsen bin? Die Lauben, die Aare, der Märit auf dem Bundesplatz und die Reithalle? Oder jener andere Ort, an dem die Luft nach Salz und Thymian riecht und sich die Olivenbäume in der Sonne wiegen, ist das meine Heimat? Habe ich überhaupt eine? Gar nicht so einfach, wenn ich anfange, darüber nachzudenken. Vielleicht ist Heimat derjenige Ort, über den man zwar selber schimpft, den man aber leidenschaftlich verteidigt, wenn andere etwas dagegen zu sagen wagen.
Meist ist die Heimat aus der Ferne heimeliger als aus der Nähe. Solange jemand von Heimat spricht, heisst Heimat Sehnsucht. In der Bibel finden wir unzählige Geschichten von der Suche nach der Heimat. Nie war das gelobte Land gelobter als in der Wüste und niemand singt so schön von Jerusalem wie die Israeliten im Exil. Sobald jemand Worte für die Heimat findet, ist sie nicht mehr oder noch nicht. Sie ist so flüchtig, dass, wer davon spricht, sie immer schon verlassen hat und dass jeder, der sie sucht, sie immer verfehlt.
In Wirklichkeit liegt das gelobte Heimatland woanders: Nach dem Nochnicht und vor dem Nicht-mehr. Heimat findet zwischen den Zeilen statt. Sie geschieht in dem Moment, in dem wir gar nicht über sie nachdenken, sondern einfach nur da sind.

Pfrn. Nadja Heimlicher, Biglen

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