Monatsspruch Oktober 2020:

«Herr, wie sind deine Werke so gross und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.»

(Ps 104,24)

 

 

Walkringen

Monatstext Oktober

2020 von Pfarrer Klaus Stoller: «Wie seit me?!» - «Säg schön: danke.»

Sich beschenkt zu wissen – das ist das Thema, die Grundlage unseres Dankens und sollte der Kern unserer Dank-Gottesdienste zur Herbst-, zur Erntezeit sein. Sich beschenkt zu wissen – das ist das Geheimnis eines guten Lebens überhaupt. Wir begründen unser Leben gerne mit dem, was wir leisten, was wir können, was wir erreichen.

Wir sind stolz auf unsere Arbeit, auf unseren Erfolg, auf unsere «Früchte». Wir fühlen uns sicher durch die Werke unserer Hände. Wir empfi nden uns als die grossen Macher; aber in Wirklichkeit stehen wir alle als bedürftige und empfangende Menschen vor unserem Schöpfer. Alles, was wir haben, ist ein Geschenk Gottes. Alles, was wir bewirken, geschieht durch seine Gnade. Diese Begabung, sich beschenkt zu sehen, ist das Geheimnis der Glücklichen. Es zu bemerken, ist höchste Lebenskunst. Demut, Zuversicht, Seelenruhe sind Folge und Ertrag – und eben Dankbarkeit. Das Leben, auch wenn es Mühe und Arbeit ist, als kostbar und köstlich stehen zu lassen, täglich, das wäre Leben in Gottes Nähe. Glaube und Dank: sie gehen Hand-in-Hand, wie Geschwister. Sie sind dabei nicht ein aufwallendes Gefühl für besondere Stunden, sondern Lebensrhythmus und Lebenskraft. Danken vermittelt eine weite Brust, die Seele kann atmen. An Gott glauben meint nicht, das Gefl echt menschlicher Fähigkeiten zu verachten, sondern im Gegenteil: es sorgsam zu verwalten, zu nutzen, einzusetzen ist unbedingter Auftrag. Die Kehrseite von Dank können aber auch schwere Gedanken sein. Wenn wir glauben, dass Gott uns Gutes will, dann handeln wir uns damit auch viele solche ein. Warum?! Warum Hunger bis zum Verhungern und anderer vielgestaltiger Mangel? Menschen ohne Kleider und Schuhe, Menschen ohne Obdach und Nahrung – aus unserer Sicht werden sie Gott nicht danken können. Logischerweise müssten wir mit Danken aber gar nicht aufhören, weil wir so viel haben. Es ist umgekehrt: Die ganz wenig haben, die sind «des Dankes voll». Und wir haben «den Hals zu voll», um danken zu können. Die ganz wenig haben, danken «aus vollem Herzen» in einer vertrauenden Gelöstheit, die uns beschämt. Es ist absurd, wenn wir unter Verweis auf den Hunger anderer uns den Dank ersparen – und andrerseits auch mit unserem Danken das Abgeben, Teilen, Austeilen. Denn: wer kriegt, gibt weiter. Wer nur für sich lebt, wer nur auf sich zulebt, der tut es aus Angst, zu kurz zu kommen. Angst bewirkt Enge, seelische Flachatmigkeit. Geben schöpft aus der Gnade, die man selbst empfangen hat. Denn alles kommt von Gott, nicht nur die Ernte, auch die Samen. Darum kann christliches Geben nicht Zwang oder lästige Gewohnheit sein, sondern eine fröhliche-stille Tugend aus tiefem Herzen. Dankbarkeit für das Geschenkte erst macht Menschen frei und fröhlich ... mit anderen zu teilen.

Nicht die Fülle der Gaben bringt uns die Lebens-Erfüllung, sondern der Reichtum, der vor Gott gilt.

Was ihr getan habt einem von diesen meinen Geringsten, das habt ihr mir getan.
MATTHÄUS 25,40

Wer sich des Armen erbarmt, der leihet dem HERRN; der wird ihm wieder Gutes vergelten.
SPRÜCHE 19,17

So säge mir: Aues isch es Gschänk vo DIR; ... mir verfüege über nüt; mir si Verwauterslüt.
AUS KINDERLIEDERBUCH KOLIBRI, NR. 88

Klaus Stoller vdm

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