Monatsspruch Dezember 2018:

«Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr grosser Freude erfüllt.»  

(Mt 2,10)

 

 


 

Monatstext für Dezember 2018 von Pfarrer Peter Raich

Morgen kommt der Weihnachtsmann, …

… kommt mit seinen Gaben.

So hat es der deutsche Dichter Hoffmann von Fallersleben 1835 als Weihnachtslied verfasst. Der Weihnachtsmann spielt während der ganzen Adventszeit eine grosse Rolle. An allen Ecken und Enden begegnen uns nun die wohlgenährten Männer mit den rot-weissen Anzügen und Mützen und dem langen wallenden Bart. Beliebt sind inzwischen auch die weiblichen Exemplare mit den gleichen Attributen nur in allem etwas knapper gestylt und ohne Bart. Diese Witzfigur wurde vor bald 100 Jahren von Coca-Cola zur Steigerung des Umsatzes in den traditionellen Farben der Firma (rotweiss) lanciert.

Viele Samichläuse, die am 5. oder 6. Dezember unterwegs sind, tragen inzwischen (meist wohl ohne sich dessen bewusst zu sein) dieses Coca-Cola-Gewand. Der Samichlaus soll jedoch den heiligen Nikolaus von Myra in Erinnerung rufen und darstellen. Nikolaus lebte im 4. Jahrhundert in der heutigen Türkei. Er wurde von seinem Onkel im Alter von 19 Jahren zum Priester geweiht und als Abt im Kloster von Sion nahe seiner Heimatstadt eingesetzt.

Als seine Eltern an der Pest starben, erbte Nikolaus ihr Vermögen und verteilte es an Arme. So bewahrte er z.B. junge Frauen aus seiner Nachbarschaft in Patara vor dem Zwang zur Prostitution, indem er für eine ausreichende Mitgift sorgte. Nach dem Tod seines Onkels pilgerte Nikolaus ins Heilige Land. Nach seiner Rückkehr wählte ihn die Gemeinde zum neuen Bischof. Deshalb tragen die «echten » Samichläuse das Bischofsgewand mit Stab und Mitra (Kopfbedeckung).

Nikolaus wird als temperamentvoller Streiter und zugleich als ein Mann dargestellt, der fähig ist, geschickt zu vermitteln. Dies zeigt die Legende vom Kornwunder sehr schön: Nikolaus erbat bei einer Hungersnot in Myra von jedem der für den Kaiser in Rom bestimmten Schiffe nur 100 Scheffel (ca. 2600 kg) und versicherte, dass durch sein Gebet nichts bei der Ablieferung fehlen werde, was sich auch bewahrheitete. Nikolaus aber konnte seine Gemeinde auf Jahre hinaus ernähren und sogar Saatgut austeilen.

Christliche Heilige stellen Menschen dar, die intensiv ihren Glauben gelebt haben. In der Regel haben sie sich so sehr am Leben und Wirken Jesu orientiert, dass seine Liebe sie durchdrungen hat. Diese Liebe hat Gutes unter den Menschen und in dieser Welt bewirkt. Auch Nikolaus muss von dieser Liebe zutiefst ergriffen gewesen sein und lebte sie sogar als Bischof. Er hat nicht nur viel Gutes getan, sondern sich auch für seinen Glauben intensiv eingesetzt. In der Christenverfolgung wurde er um das Jahr 310 gefangen genommen und gefoltert. 325 hat er am Konzil in Nicäa teilgenommen und heftig um ein einheitliches Glaubensbekenntnis gerungen.

Die Reformatoren haben die Heiligenverehrung abgeschafft. Dieser Heilige hat wie ein Wunder überlebt. Wenn der heilige Nikolaus (Samichlaus) heute zu den Kindern kommt, werden ihre guten oder weniger guten Taten aufgezählt und sie dann anschliessend mit kleinen Geschenken und Süssigkeiten belohnt. Einen Schmutzli oder etwas Ähnliches hatte das «Original» nie. Allerdings erhielten zu früheren Zeiten die Kinder vom Nikolaus einen Streich mit der Rute. Das war jedoch nicht als Strafe gedacht, sondern als Segensgeste: die Rute als der lebendige Zweig, der bei einer Berührung Fruchtbarkeit verheisst. Leider vergass man mit der Zeit diesen Sinn der Rute und missbraucht sie auch heute noch zur Bestrafung von Kindern.

Nikolaus von Myra und jeder, der in seinem Namen auftritt, lädt uns ein zu christlichem Engagement und mutigem Glaubenszeugnis. Er kommt zu Beginn der Adventszeit und weist auf das Geheimnis hin, das wir an Weihnachten feiern: Gott wird Mensch im friedlichsten, liebevollsten und gottverwurzeltsten Menschen, den es je auf Erden gab: Jesus von Nazareth!

Ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest wünscht

Peter Raich, Pfarrer



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