Monatsspruch Juni 2019:

«Freundliche Worte sind wie Honig: süss für den Gaumen und gesund für den ganzen Körper.»  

(Spr. 16,27)

 

 


Monatstext für Juni 2019 von Inge Müller

Verschwenderische Liebe

Sie ist «so eine». Eine, von der Mann träumt. Die verbotene Frucht, die geheimste Fantasie, die Unerreichbare, die allen gehört und keinem allein. Die, an deren Türe man nachts heimlich klopft, und deren man sich tagsüber schämt. Deren Schönheit man geniesst, deren Kraft man bewundert, fürchtet und deshalb leugnet. Deren Schätze man raubt, obwohl man dafür bezahlt. Deren Leben man vernichtet, den Stein männlicher Doppelmoral in der Hand.

Sie ist «so eine». Mächtig und hilflos, begehrt und geächtet, benutzt und geschändet. Unrein. Nicht würdig, das Haus eines Schriftgelehrten zu betreten, sein Brot zu essen, seinen Wein zu trinken, geschweige denn, sich seinem Gast zu nähern.

Kaum einer, der sich bisher Zeit nahm, die Sehnsucht und den Schmerz in ihren Augen wahrzunehmen, ihre Seele zu sehen, sie selbst zu sehen – und nicht nur das unverschleierte Haar, den Körper, die zarten Hände, die Gesten, den Schmuck.

Sie weint. Die Schminke löst sich, die Maske fällt, das Haar stürzt in Kaskaden. Keinem hat sie sich jemals so gezeigt. So schutzlos, so offen, so ganz sie selbst – nur das. Keine von vielen, sondern einzigartig. Ganz anderes als gedacht. Rein. Stark. Berührend. Wahrhaft schön. Weise. Voll verschwenderischer Liebe, die nicht inszeniert, sondern dem Impuls des Augenblicks folgt. Liebe, die sich zu Füssen wirft und dabei über sich hinaus wächst. Die nicht rechnet und berechnet, nicht in Denaren und Unzen, nicht in Tagen und Nächten, Tischsitten und Anstandsregeln. Liebe, die das Leben feiert und den Tod sieht, die ihr kostbares Öl über dem König ausgiesst und zugleich den Leichnam des Gekreuzigten salbt. Hingegeben an den Moment und an den, dem sie sich schenkt.

Und er? Lässt es geschehen. Sieht sie. Sieht alles. Empfängt ihr Geschenk mit Freude – und erwidert es. Mit dem einzigen, was ihrer Gabe angemessen ist: verschwenderische Liebe. Wie wundervoll, sich einen solchen Gott zu denken.

Inge Müller

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Eine Frau ehrt Jesus vor seinem Sterben

Eine Frau ehrt Jesus vor seinem Sterben Jesus war in Betanien bei Simon, dem Aussätzigen, zu Gast. Während des Essens trat eine Frau an Jesus heran. Sie hatte ein Fläschchen mit sehr wertvollem Salböl; das goss sie Jesus über den Kopf.

Die Jünger sahen es und waren empört. «Was soll diese Verschwendung?», sagten sie. - «Dieses Öl hätte man teuer verkaufen und das Geld den Armen geben können!»

Jesus hörte das und sagte: «Warum bringt ihr die Frau in Verlegenheit? Sie hat eine gute Tat an mir getan. Arme wird es immer bei euch geben; aber mich habt ihr nicht mehr lange bei euch. Sie hat dieses Salböl auf meinen Körper gegossen und hat ihn damit für das Begräbnis vorbereitet. Ich versichere euch: Überall in der Welt, wo in Zukunft die Gute Nachricht verkündet wird, wird auch berichtet werden, was sie getan hat. Ihr Andenken wird immer lebendig bleiben.»

Matthäusevangelium 26, 6–13



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