Monatsspruch Juli  und August 2016:

«Schweige und höre, neige deines Herzens Ohr, suche den Frieden ». 

Benedikt von Nursia

 

Monatstext für Juli und August 2016

Die Zeichen der Zeit erkennen

Die Rocklegende Alice Cooper hat uns Schülern Anfang der 70er Jahre aus dem Herzen gesungen: „Die Schule ist aus – für einen Sommer lang. Die Schule ist aus - für immer. … Keine Stifte, keine Bücher, keine schiefen Blicke mehr von Lehrern.“ (School’s out) Wir fühlten uns ernst genommen. Er brachte unser Lebensgefühl auf den Punkt. Auf der Bühne gab er jedoch eine grusige Gestalt ab. Als ob er soeben einer Totengruft entstiegen wäre, inszenierte er seine Auftritte als (Horror-) Shows, auf denen das eine oder andere Huhn auf grausame, blutige Weise sein Leben lassen musste. Viele suchten eine tiefe Botschaft in seinen Liedern und Bühnenritualen.

Jahre später erst erfuhr ich, dass Herr Cooper untalentiert und viele Jahre erfolglos war. Erst die Begegnung mit seinem späteren Manager Shep Gordon änderte dies. Bei ihm lernte er, dass man nicht mit einer Botschaft in den Liedern sondern mit den richtigen Showeffekten schnell und eine Menge Geld machen konnte. Shep Gorden hatte das Gespür und das Know how eines „Trends-couts“. Trendscouts tun nichts anderes, als Menschen zu beobachten, um bei ihnen zukünftige Trends zu entdecken (vor allem bei Kleidung, Frisuren, Musikstilen). Sie nehmen damit eine Entwicklung vorweg, die sich in bestimmten gesellschaftlichen Bereichen zeigt, um diese effizient auszubeuten. Bei Mode und Musik geht es dabei um Milliardenumsätze. Trendscouts erkennen die Zeichen der Zeit und wandeln sie in klingende Münze um.

„Über das Aussehen des Himmels könnt ihr urteilen; könnt ihr dann nicht auch über die Zeichen der Zeit urteilen?“ sagt Jesus (Mt 16,2). Ihm ging es nicht um Mode und Musik. Er belehrte seine Kritiker, dass jede Zeit ihre Zeichen habe. Es kommt nur darauf an, sie zu interpretieren.

Damit zeigte Jesus auf, dass seine Botschaft vom Reich Gottes nicht weltfremd ist sondern mitten im alltäglichen Leben seinen Platz hat. Er ruft uns Christinnen und Christen auf, wach, kritisch und engagiert am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Wer in seinem Geist lebt, liebt und handelt, erkennt die Zeichen der Zeit sehr deutlich – und wird Stellung beziehen. Unser christlicher Auftrag ist es, die vereinnahmenden Shows der Welt zu entlarven und dem Leben die Tiefe zu geben, die Gott ihm zugedacht hat. Dazu wünsche ich uns allen nicht nur den Mut sondern auch die Freude an dem, was wir und die Welt dadurch gewinnen werden.

Ihr Peter Raich



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