Monatsspruch September 2016:

«Alle Dinge sind möglich dem, der glaubt». 

Mk 9,23

 

Monatstext für September 2016 von Pfarrer Peter Raich

«Nichts ist unmöglich»

Dieser Werbeslogan einer grossen japanischen Autofirma stammt aus der Bibel. Vor 20 Jahren hat er durch TV-Spots mit sprechenden Tieren geholfen, den Bekanntheitsgrad der Firma in wenigen Wochen zu verdoppeln.

Im Zusammenhang mit der Heilung eines psychisch kranken Knaben sagt Jesus zu dessen Vater: «Alle Dinge sind möglich dem, der glaubt» (Mk 9,23). Tatsächlich lautete auch der Auto-Slogan zuerst: «Alles ist möglich», bevor erst die geschickte negative Umkehrung «Nichts ist unmöglich» den nötigen Kick brachte. In Zitaten dieser Bibelstelle wird auch heute meist diese Form benutzt: «Nichts ist unmöglich dem, der glaubt».

Stimmt dieser Satz wirklich? Ist das unsere Erfahrung als glaubende Menschen? Sieht die Wirklichkeit nicht eher enttäuschend gegenteilig aus?

Genau diese Erfahrung macht Bruce Nolan, die Hauptperson des Kinofilms «Bruce allmächtig» (2003). Und er macht etwas, was wir uns oft nicht trauen: Er legt sich mit Gott an, er schimpft, tobt und macht ihm alle möglichen Vorwürfe. Denn Gott kümmert sich nicht um ihn. Kein einziger seiner Wünsche ist im letzten Jahr in Erfüllung gegangen. Seine Karriere ist gescheitert, mit der Freundin gibt‘s Streit und der Hund pinkelt in die Wohnung. Und an allem ist Gott schuld, weil er offenbar nur Zeit hat, die Wünsche der anderen zu erfüllen. Und dabei wünscht er es sich so sehr, dass Gott endlich alle seine Wünsche und Hoffnungen erfüllt. Dass er endlich Karriere macht, dass alles funktioniert, er herauskommt aus seinem kleinbürgerlichen Mief!

Und überraschenderweise antwortet ihm Gott. Er überträgt auf Bruce für ein paar Tage die Macht, die wir bei Gott „vermuten“: Die Macht, alles so zu beeinflussen, wie er es will.

Bruce versucht es - und stürzt dabei seine Heimatstadt in ein unglaubliches Chaos. Zwar bekommt jeder seine Wünsche erfüllt, aber weil diese Wünsche oft recht eigensinnig sind, geht letztlich alles drunter und drüber. Als daraufhin Strassenkämpfe ausbrechen, weil Tausende einen 6er im Lotto haben, aber dafür eben nur ein paar Dollar bekommen, da zieht Bruce die Notbremse und ruft Gott zu Hilfe.

Der kommt und hört sich die Klagen von Bruce an … dass alles so schrecklich schief geht, dass er doch alles gut machen wollte, aber es gar nicht so einfach ist. Er seufzt: Wenn man jedem das gibt, was er sich wünscht, tut man ihm eigentlich gar keinen Gefallen.

«Willkommen in meiner Welt» sagt Gott. Und er erklärt Bruce, was wirklich Wunder sind, z.B.:

– Eine alleinerziehende Mutter, die zwei Jobs hat und sich dennoch die Zeit nimmt, ihren Jungen zum Fussballtraining zu fahren, das ist ein Wunder.

– Ein Teenager, der Nein zu Drogen und Ja zu seinem Schulabschluss sagt, das ist ein Wunder.

– Die Behinderte, die ihre Einschränkungen annehmen und daraus neue Lebensziele entwickeln kann, die ist ein Wunder.

– Wo einer spürt, dass er auch ohne „Idealfigur“ viele gute Freunde haben kann, der ist ein Wunder.

Vielleicht suchen wir die Wunder manchmal an den falschen Stellen. Vergessen, was wirklich wichtig ist.

Sicher ist, dass uns eine Autofirma kein erfülltes Leben schenken kann. Gott jedoch, hat nichts anderes mit uns im Sinn. Daran glaub ich - und Du?

Peter Raich, Pfarrer



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