Monatsspruch Dezember 2016:

«Du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben». 

Lk 1,31

 

Monatstext für Dezember 2016 von Pfarrer Peter Raich

Wie die Jungfrau zum Kind

Wissen Sie eigentlich, dass die Weihnachtsgeschichte mit diesem Rätsel beginnt?

Im Lukasevangelium kommt der Engel Gabriel zu Maria und verkündet: «Du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben.» Da erwiderte Maria: «Wie soll das zugehen, da ich noch nie mit einem Mann zusammen war.» Aus diesem erstaunlichen Ereignis hat der Volksmund, der ja hin und wieder respektlos mit heiligen Dingen umgeht, eben die Redewendung geprägt «Wie die Jungfrau zum Kind». Wir sagen so, wenn wir etwas für uns absolut überraschendes erleben ohne eigenes Zutun.

Gibt es die Jungfrauengeburt wirklich?

Viele Menschen und natürlich auch die Bibelforscher haben versucht, sich auf diese seltsame Geschichte einen Reim zu machen. Das Motiv, dass ein heiliger Mann durch eine jungfräuliche Geburt zur Welt kommt, ist sowohl im Judentum wie auch in anderen Kulturen bekannt. Im ägyptischen Sonnenkult feierte man in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember die Geburt der Sonne.

Dabei brach die Gemeinde in den Ruf aus: «Die Jungfrau hat geboren, zu nimmt das Licht.» Der ägyptische König – so stellte man es sich vor – wird von Gott gezeugt. Lukas greift also ein bekanntes Bild auf, um etwas deutlich zu machen: die Grösse und Gottessohnschaft von Jesus dem Messias, seine ewige Herrschaft und die Erzeugung

durch den Heiligen Geist. Mit ihm leuchtet die Sonne der göttlichen Gnade hell auf in der Kälte unserer Welt. Lukas hat das deshalb so formuliert, damit Menschen aus allen religiösen Kulturen verstehen konnten, was ihnen Gott in

Jesus geschenkt hat.

Kein Interesse mehr am Ursprung

von Weihnachten

Die meisten Familien feiern Weihnachten ohne die biblische Botschaft einzubeziehen. Sie nehmen sich keine Zeit mehr für die Geheimnisse und Grundlagen unseres Glaubens, die wir in unseren Gottesdiensten verkünden, bedenken und feiern. Damit verkommt die wundervolle Botschaft von Gottes Frieden und Liebe für uns Menschen zunehmend zu einer berechnenden und unfriedlichen Konsumorgie.

Nur ein guter Geist bewirkt Gutes

Der springende Punkt in der Weihnachtsgeschichte

bei Lukas ist das Wirken des Heiligen Geistes. Nur wo ein guter Geist wirkt, kann etwas Neues,

etwas Gutes entstehen. Das ist durchaus auch ein Bild für unser Leben: Die kostbarste Frucht, die wir bringen können,kommt nicht aus uns selbst, und stammt auch nicht aus der Befruchtung durch andere Menschen, sondern kann nur durch den Heiligen Geist gewirkt werden. Gott möchte durch seinen guten Geist auch in uns Neues schaffen. Dazu dürfen wir nicht zu klein von uns denken.

Wie Maria dürfen auch wir Gott zutrauen, dass er Grosses in uns und aus uns heraus zu wirken vermag. Könnte das der Schlüssel sein, für einen neuen Zugang zum Weihnachtsgeheimnis und zu einem tiefen, lebendigen Glauben? Heute bin ich mal mutig und lade Sie alle ein, mit einem Besuch eines Gottesdienstes zwischen Weihnachten und

Dreikönig ein Zeichen zu setzen, wie wichtig Ihnen die Weihnachtsbotschaft heute noch ist!

Ihr Pfarrer Peter Raich



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