Monatsspruch Januar 2017:

«Auf dein Wort will ich die Netze auswerfen». 

Lk 5,5

 

Anlässe zum Reformationsjahr 2017

Hier finden Sie den Flyer zu den Anlässen der Kirchgemeinden Biglen, Schlosswil-Oberhünigen und Walkringen im Reformationsjahr 2017.


«Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht; ich würde heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.» Martin Luther

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Anlass zum Reformationsjahr: - - - - - - Liederabend - - - - - - «Lieder der Reformation».

Mittwoch, 25. Januar, 19.30 Uhr, Kirche Biglen

Offenes Singen, mit Kommentaren zu den Liedern

Pfr. Daniel Infanger und Pfrn. Nadja Heimlicher

Nach dem Singen: Brot und Wein.



Monatstext für Januar 2017 von Pfarrer Peter Raich

Vor genau 27 Jahren begann meine Karriere als Reformator. Damals war ich katholischer Jugendseelsorger in einer grossen deutschen Stadt vor den Toren Stuttgarts. In der Kolumne einer Zeitung benannte ich Missstände in der katholischen Kirche, forderte demokratische Strukturen, die Abschaffung des Zölibates (Ehelosigkeit für Priester), die Gleichstellung der Frauen, einen transparenteren Umgang mit Geld und Macht und die Umfunktionierung des Vatikans in eine grosse Herberge für elternlose Kinder.

Am nächsten Tag erwachte ich in einer anderen Welt. In meiner Liebe für die Menschen, die mir anvertraut waren, hatte ich meinem Unmut Luft gemacht – und damit eine Lawine losgetreten. Mein Arbeitgeber war gar nicht begeistert. Doch schon die Mehrzahl der Kolleginnen und Kollegen pflichtete mir bei und bestärkte mich als Sprachrohr für alle Reformwilligen. Dann begann jedoch eine anstrengende, fast ruhelose Zeit für mich: Viele Zeitungsartikel diskutierten meine Forderungen. Das Fernsehen wurde auf mich aufmerksam und lud mich zu einer Gesprächsrunde ein. Sie drehten einen Film über mich und ich wurde immer wieder im Fernsehen und Radio interviewt. Sogar dann, wenn es gar nicht um meine Anliegen ging, war ich plötzlich ein gefragter Gesprächspartner. Der Bischof hatte gar keine Freude darüber. Einmal schrie er mich an, ob ich ihm seine Karriere ruinieren wolle. Ach so, dachte ich, darum geht’s also. Ich liess ihn in Ruhe und er wurde zehn Jahre später Kardinal und Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.

Diese Erfahrung war gar nicht, was ich gesucht hatte. Ich wollte meiner Kirche einen Dienst erweisen – und wurde dadurch erst darauf aufmerksam, wie verkrustet und machtbesessen das System ist. Ich musste mich entscheiden, die Rolle des Reformators anzunehmen oder auszusteigen. Und genau in diesem Augenblick kam ein Hilferuf aus der Schweiz. Wenige Monate später durfte ich hier das erleben, wofür ich mich in Deutschland heftig eingesetzt hatte.

Ich kenne die Geschichte von Martin Luther, von Huldrych Zwingli, Johannes Calvin, Heinrich Bullinger, Johannes Oekolampad und die anderen Reformatoren. Und mit meiner Geschichte kann ich vielleicht viel von dem nachfühlen, was sie an inneren und äusseren Kämpfen bewältigen mussten.

Wir feiern das 500. Jubiläum der Reformation, um uns zu erinnern, zu besinnen und zu ermutigen, nicht nachzulassen, die Reformation weiterzuführen.

Gemeinsam mit unseren Schwestergemeinden Biglen und Schlosswil bieten wir zum Thema einen Strauss voll Anlässe an (siehe Beilage). Wir laden Sie alle ein, teilzunehmen, mitzufeiern, sich einzubringen und miteinander Schritte zu wagen in eine bessere Zukunft für Kirche, Dorf und Gesellschaft. Und vielleicht steckt unter uns sogar eine Reformatorin oder ein Reformator, die wir dringend brauchen, meint

Ihr Pfarrer Peter Raich



Pfarrer Peter Raich
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