Monatsspruch Januar 2019:

«Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.»  

(Gen 9,13)

 

 


 

Walkringen

Monatstext für Januar 2019 von Pfarrer Peter Raich

Gottes Segen zum Neuen Jahr
Jedes Jahr feiern wir den Geburtstag Jesu am 25. Dezember. Auf die Frage, warum gerade an diesem Datum, wissen nur wenige, darüber Auskunft zu geben. Dass Jesus vor 2018 Jahren geboren sein soll, ist mehrheitlich im Bewusstsein – zumindest von Christinnen und Christen. Aber das ist nicht einmal ganz richtig.

Als ob es schon immer so gewesen wäre, beginnen wir ein neues Jahr am 1. Januar und folgen der Einteilung und den Zahlen eines bestimmten Kalenders. Wir können uns jedoch kein Bild machen, wie spannend die Entwicklung war, bis unser heutiger Kalender entstanden und weltweit anerkannt wurde.


Forschungsergebnisse

Die Forscher sind sich einig, dass Jesus schon vor dem Jahr, das wir als Jahr 1 unserer Zeitrechnung betrachten, gelebt haben muss. König Herodes, der noch lebte, als Jesus schon geboren war, starb nämlich schon im Jahr 4 vor unserer christlichen Zeitrechnung. Und die Himmelserscheinung, die Konjunktion von Jupiter und Saturn, die wir als Stern von Bethlehem bezeichnen, fand im Jahr 7 v. Chr. statt. Also leben wir eigentlich gar nicht im Jahr 2019 nach Christus, sondern im Jahr 2026. Wie kommt es, dass auf unseren Kalendern trotzdem das Jahr 2019 steht?


An Jesus Christus orientiert

Die christliche Zeitrechnung wurde im Mittelalter eingeführt. Im 6. Jahrhundert versuchte Abt Dionysius Exiguus das Geburtsjahr Christi auszurechnen. Dabei hat er sich um ein paar Jahre vertan. Trotzdem wurde diese Zählung beibehalten, da sie recht praktisch ist. Jedes Jahr, dessen Jahreszahl man durch vier teilen kann, ist nämlich ein Schaltjahr. Das kann man sich leicht merken. Schaltjahre haben gegenüber den normalen Jahren einen Tag mehr, den 29. Februar. Diesen Tag gibt es nur alle vier Jahre! Erst etwa ab dem Jahr 1000 hatte sich die Zählung nach Christi Geburt durchgesetzt. Die christliche Zeitrechnung galt also keineswegs schon immer und auch keineswegs überall auf der Erde.


Andere Massstäbe

Andere Zeitrechnungen beginnen bereits viel früher: Die jüdische Jahreszählung zum Beispiel fängt nicht erst mit der Geburt Jesu an, sondern mit der Weltschöpfung, die auf das Jahr 3761 v. Chr. angesetzt wird. Der Ausgangspunkt für die Zeitrechnung der Römer war die Gründung ihrer Stadt im Jahr 753 v. Chr.
Der mohammedanische Kalender beginnt dagegen erst mit dem Jahr 622 n. Chr. In diesem Jahr floh der Prophet Mohammed von Mekka nach Medina. Auch heute noch wird auf der ganzen Welt die Zeit nach verschiedenen Kalendern berechnet. Für internationale Absprachen hat man sich jedoch auf unseren Kalender geeinigt.


Die kleine Ungenauigkeit

Nicht schon immer war das Jahr so eingeteilt wie heute. Bis ins Jahr 1582 folgten wir dem sogenannten Julianischen Kalender, der auf Julius Cäsar zurückgeht. Astronomisch orientierte sich dessen Einteilung am Lauf der Sonne. Die beiden Sonnwendtage 21. März und 23. September konnten exakt bestimmt werden. Man fand heraus,
dass der Julianische Kalender um elf Minuten und vierzehn Sekunden länger dauerte als das Sonnenjahr. Im Jahr 1582 war die Differenz auf ganze zehn Tage angewachsen. Papst Gregor XIII. ordnete in diesem Jahr deshalb an, dies durch einen genaueren Kalender zu korrigieren. So kam es, dass die Leute damals am Donnerstag, 4. Oktober, abends zu Bett gingen und am nächsten Morgen feststellten, dass der 15. Oktober gezählt wurde. Da wenige Jahre zuvor die Reformation in Europa stattgefunden hatte, machten viele reformierten Orte und Länder nicht mit, was ein Papst sich ausgedacht hatte. Die reformierten Kantone in der Schweiz liessen sich deshalb bis 1701 Zeit mit der Einführung des neuen Kalenders. Dieser Gregorianische Kalender entspricht dem Sonnenjahr so genau, wie noch keine Zeitrechnung zuvor.

Übrigens: Der Begriff Kalender kommt aus dem Lateinischen. Im alten Rom wurde der erste Tag eines Monats öffentlich ausgerufen. Man nannte diese Tage Calendae.

Ein neues Jahr nimmt seinen Lauf


Es ist interessant, wie wir zu unserem heutigen Kalender kommen. Aber wichtiger ist eindeutig, wie wir die Stunden, die Tage, das Jahr und unsere Lebenszeit gestalten. Wer auf Gott vertraut, darf auf seine Begleitung hoffen. Möge Dein Jahr 2019 ein gelingendes und gesegnetes Jahr sein.

Pfarrer Peter Raich

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