Monatsspruch Mai 2020:

«Jeder soll dem anderen mit der Begabung dienen, die ihm Gott gegeben hat. Wenn ihr die vielfältigen Gaben Gottes in dieser Weise gebraucht, setzt ihr sie richtig ein.»  

(1. Petr 4.10)

 

 

Ein hörbares Zeichen der Verbundenheit:

Sonntags läuten die Glocken von 9.15 bis 9.30 Uhr. Sie wollen uns daran erinnern, dass wir miteinander verbunden sind.
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Die Räume der Kirchgemeinde sind bis und mit 7. Juni 2020 geschlossen.
Grundlage dazu ist das Versammlungsverbot, welches mindestens bis zu diesem Datum gilt. Am 27. Mai 2020 gibt es diesbezüglich neue Informationen vom Bundesrat und vom BAG.  Wird das Versammlungsverbot gelockert, nehmen wir danach gerne wieder Reservationen entgegen.

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Die WHO hat die Ausbreitung des Corona-Virus (Covid-19) als Pandemie eingestuft. Die Behörden ergreifen laufend Massnahmen.

Aufgrund des behördlichen Verbots von öffentlichen und privaten Veranstaltungen sind alle Anlässe der Kirchgemeinde Walkringen vorerst bis auf Weiteres abgesagt oder verschoben.

Die Kirche bleibt offen und bietet sich als Raum der Stille an.

Pfarrer Peter Raich steht Ihnen für seelsorgerliche Begleitung zur Verfügung: Tel 031 701 24 72.

Informations- und Kontaktstelle der Kirchgemeinde Walkringen:
Lisbeth Zogg Hohn, Kirchgemeindepräsidentin, Telefon 078 898 54 60
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Nachbarschaftshilfe Walkringen

Das Coronavirus ist eine neue grosse Herausforderung für uns alle.

Ältere und kranke Menschen sind besonders verletzlich. Sie gehören zur Risikogruppe und brauchen Schutz. Die direkten Kontakte zu ihnen müssen leider vermieden werden. So sind sie doppelt betroffen: als Risikogruppe und weil das Corona Virus ihren Alltag und ihr Sozialleben enorm beeinträchtigt.
Wie können wir in den kommenden Wochen trotzdem füreinander da sein und die Lebensfreude behalten?

Wir lancieren das Projekt Nachbarschaftshilfe Walkringen für alle Fragen, die mit dem praktischen Alltag und dem Zusammenleben zu tun haben. Wir organisieren und bieten Ihnen unkomplizierte Hilfe mit einem Netz von Helferinnen und Helfern vor Ort.

Bitte wenden Sie sich an unsere zentrale Anlaufstelle:
Telefon 077 512 13 59   -   Montag bis Freitag von 09.00 bis 17.00 Uhr

Rufen Sie an …
Wenn Sie Hilfe für einen Einkauf oder sonstige Erledigungen brauchen
Wenn Sie sich einsam oder unsicher fühlen
Wenn Sie sich über regelmässige telefonische Kontakte freuen würden
Wenn Sie ein Anliegen haben

Melden Sie sich auch, wenn Sie Zeit und Freude haben, Hilfe anzubieten, im Rahmen der aktuellen Bestimmungen.


Mit freundlichen Grüssen und guten Wünschen
Kirchgemeinde Walkringen, IG-Alter, Frauenverein Walkringen,
Kommission Bildung und Gesellschaft

 

Flugblatt Nachbarschaftshilfe Walkringen


Walkringen

Monatstext für Mai 2020 von Pfarrer Peter Raich

Das Coronavirus – «eine Lektion von Gott»?


Dolly Parton (*1946) ist eine der bekanntesten, produktivsten und reichsten Sängerinnen unserer Zeit. Sie hat über 3000 Lieder selbst verfasst (darunter «I will allways love you» und «Jolene») und fast 80 Alben auf den Markt gebracht. Dolly Parton fällt in der Öffentlichkeit durch ihre Fröhlichkeit auf und durch eine konsequent positive Grundhaltung. Am 1. April veröffentlichte sie ihre Meinung zur Coronapandemie. Sie sieht die Coronavirus-Pandemie als eine «Lektion von Gott». Die Country-Musikikone rief ihre Fans dazu auf, weiter zu vertrauen, und betonte die Wichtigkeit des positiven Denkens. Dies sei der beste Weg, um mit der Gesundheitskrise umzugehen, sang sie in einem Instagram-Video.


Straft Gott?

Damit ist die Sängerin nicht allein. In Gesprächen, vor allem mit älteren Menschen, höre ich immer wieder eine solche Einschätzung. «Gott hat uns das Virus gesandt, um uns zum Nachdenken, zur Vernunft und zum Um-kehren zu bewegen.» Diese Folgerungen nach Kriegen, Hungersnöten, Unwetterkatastrophen, Erdbeben und ähnlichem sind weit verbreitet und Jahrtausende alt. Tatsächlich finden viele Menschen danach oft wieder zu ihrer (Glaubens-) Gemeinschaft und zum Gebet zurück und denken neu über das Leben und das, was in der Welt geschieht, nach.
Mein Bild von Gott
Doch unweigerlich werden wir auch damit konfrontiert, wie wir Gott sehen. Will Gott das Gute, wie kann er dann all das Negative in der Welt zulassen? Will er den Menschen die absolute Freiheit schenken, warum sollte er uns dann «eine Lektion erteilen». Diesen Fragen geht die von dem Philosophen Gottfried Willhelm Leibniz (1646-1716) sogenannte Theodizee nach. Diese intensive Auseinandersetzung mit Gott und seinem Bezug zur Welt ist so alt wie die Menschheit. Und sie wird wohl unbeantwortet bleiben bis ans Ende aller Tage.


Unsere Antwort

Dennoch müssen wir als Christinnen und Christen eine Antwort geben. Diese wird beinhalten, dass wir nicht glauben, dass Gott die Menschen strafen will. Er will das Gegenteil. Er will uns einladen, auch in Not und Chaos das Gute zu tun und darauf zu vertrauen, dass uns unser Glaube uns Kraft schenkt und stets zur Hoffnung ermutigt. Wenn wir uns darauf einlassen, werden wir uns automatisch verändern und das, was in der Welt geschieht, mit anderen Augen betrachten.


Liebevolle Zeichen

Hier kann ich den Gedanken Dolly Partons folgen, wenn sie glaubt, dass Gott die Welt wieder aus der Krise rausführen wird. «Ich denke, Gott hat seine Hände im Spiel», sagt sie. «Ich denke, er versucht, uns ins Licht zu halten, damit wir uns selbst und uns gegenseitig durch die Augen der Liebe betrachten können. Und ich hoffe, wir lernen die Lektion.» Und sie fügt hinzu: «Ich denke, wir werden alle bessere Menschen sein. Vertraut einfach weiter, habt nicht zu viel Angst, es wird okay sein, Gott liebt uns.»

Bei Dietrich Bonhoeffer findet sich dieselbe Haltung: „Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, dass auch unsre Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten. Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.“


Zurück zur Normalität?

Ich freue mich, dass viel Gutes in diesen Monaten der Krise geschieht. Zahlreiche Menschen engagieren sich für die Nächsten und die Gemein-schaft – auch in unserer Gemeinde. Ich hoffe mit vielen Menschen darauf, dass wir liebevoller mit uns, mit anderen und mit der Erde umgehen werden. Die grösste Herausforderung wird dabei sein, nie wieder zur Normalität zurückzukehren. Vielleicht hat diese die Pandemie erst ermöglicht.
Gott möge Euch alle segnen und behüten!

Peter Raich, Pfarrer

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